Chance.Natur
Naturschutz für den Menschen

Der Mensch ist Teil der Natur. Er prägt sie durch sein Handeln. So entstehen Kulturlandschaften. Viele gefährdete Tier- und Pflanzenarten kommen heute nur noch in Kulturbiotopen wie Streuobstwiesen, Feuchtwiesen und Magerrasen vor. Naturschutzmaßnahmen und eine angepasste Bewirtschaftung sichern ihnen das Überleben.
Für den modernen Naturschutz ist klar, dass die eigenen Ziele nur dann erreicht werden können, wenn nicht nur kleine Areale, sondern die gesamte Fläche in das Schutzkonzept mit einbezogen wird. Daraus folgt zwangsläufig, dass viele weitere Interessen berücksichtigt werden müssen. Das klingt nach einem schwierigen Kompromiss zwischen Nutzern und Schützern, bietet in der Realität aber viele Chancen. Denn die Vielfalt der Natur ist meist auch ein großes Potenzial zum Nutzen der Menschen.
Langfristige Erfolge im Sinne einer integrierten Entwicklung sind nur durch kooperatives Handeln möglich. Ein Beispiel für Kooperation ist der Vertragsnaturschutz. Auf Basis freiwilliger Vereinbarungen kümmern sich die Bauern um die Erhaltung und Wiederherstellung extensiver Landnutzungsformen. Für diese Leistung werden sie bezahlt.
Die Integration von Naturschutzmaßnahmen in das eigene Handeln eröffnet den Menschen, gerade im ländlichen Raum, aber noch viele weitere Optionen. Wenn es darum geht, die regionale Wertschöpfung zu erhöhen, kann die Vielfalt der Natur als wichtiger Impulsgeber dienen.
So eröffnet der Naturschutz unter anderem neue Möglichkeiten zur Vermarktung regionaltypischer Dienstleistungen und Güter. Indem reizvolle Landschaftsbilder und Erholungsräume erhalten und gesichert werden, wird die Attraktivität einer Region für den Tourismus gesteigert. Im Zuge solcher Angebote können Arbeitsplätze geschaffen und erhalten werden.
Ein gesundes soziales und wirtschaftliches Klima ist zugleich eine wichtige Grundlage, damit der Naturschutz wiederum eine breite Akzeptanz erfährt. Kommt all dies zusammen, können sich die Menschen noch stärker mit ihrer Heimat identifizieren.
