Moore
Großflächige Moore – Rückzugsraum für seltene Arten

Intakte Moore gehören hierzulande zu den wenigen noch erhaltenen Urlandschaften. Ihre Entstehungsgeschichte reicht über 10.000 Jahre zurück bis zur letzten Eiszeit. Wegen der extremen Standortverhältnisse mit dauernder Vernässung und Nährstoffarmut können dort fast nur spezialisierte Pflanzen und Tiere überleben. Viele davon stehen heute auf den Roten Listen. In Deutschland gilt nur noch ein Prozent der ursprünglichen Moorflächen als ökologisch intakt.
Gerade wegen dieser prekären Lage genießen viele Moorgebiete bereits einen gewissen Schutzstatus. Doch das reicht häufig nicht aus, um ihren Erhalt dauerhaft zu sichern. Naturschutzgroßprojekte mit einem integrierten Schutz- und Nutzungsansatz eröffnen hier neue Perspektiven.
Viele Moorlandschaften leiden darunter, dass ihnen die natürlichen Übergangszonen als Pufferbereiche fehlen. Wo früher schützende Randsümpfe den Torfkörper umgaben, führten umfangreiche Entwässerungsmaßnahmen in den vergangenen 200 Jahren dazu, dass die intensiv betriebene Landwirtschaft immer dichter heranrücken konnte. Zum besseren Schutz der feuchten Kernbereiche ist es notwendig, diese Entwicklung aufzuhalten und umzukehren.
Eine zentrale Aufgabe von Naturschutzprojekten rund um Moorlandschaften ist es, den Mooren wieder eine Chance zum natürlichen Wachstum zu geben. Dazu gehören Maßnahmen zur Wiedervernässung, damit sich wieder fließende Übergänge vom Moor über extensiv genutztes Feuchtgrünland hin zu landwirtschaftlichen Nutzflächen ausbilden können.
Möglich sind solche Entwicklungen nur durch kooperatives Handeln. Die benachbarten Landwirte müssen für naturverträgliche Landnutzungskonzepte rund um die Moore gewonnen werden. Von finanziellen Anreizen über den Vertragsnaturschutz bis hin zu neuen Vermarktungskonzepten für Produkte aus extensiver Weidehaltung sind viele Ideen realisierbar.
Eine intakte Moorlandschaft mit ihrer unberührten Natur kann, sofern es den Naturschutzzielen nicht entgegensteht, auch als touristische Attraktion genutzt werden und ist damit ein wichtiger Standortfaktor für die ländliche Regionalentwicklung. Allerdings können unkontrollierte Besucherströme für ein Moor auch zu einer ernsten Belastung werden. Die Integration aller Interessen über eine geschickte Besucherlenkung ist gefragt. Derlei Konzepte geben einerseits der Natur ihr Recht, sich ungestört zu entwickeln. Andererseits ermöglichen sie es den Menschen, die faszinierende Natur im Moor zu erleben.
