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Die Nordvorpommersche Waldlandschaft


Naturwald


Schreiadler


Kranich


Moorfrösche

Fotos: Jens Voigt (1), W. Scheller (1), NABU Nordvorpommern/Ralf Schmidt (2)

Die "Nordvorpommersche Waldlandschaft" ist ein ausgedehntes Waldgebiet im Nordosten von Deutschland, westlich der Hansestadt Stralsund. Sie ist ein besonders waldreicher, naturnaher Ausschnitt der Landschaft auf jungpleistozänen Lehmplatten, wie sie ausschließlich in Vorpommern anzutreffen sind. Charakteristisch sind artenreiche Laub- und Mischwälder, die im Verbund mit vermoorten Niederungen, Fließ- und Stillgewässern sowie Grünlandflächen ein klein strukturiertes vielfältiges Lebensraummosaik bilden. Über 50% des Kerngebiets sind bewaldet, vorwiegend mit Buchen, Hainbuchen und Eichen mit einem besonders hohen Anteil an alten Bäumen. Etwa 50% des Waldes befinden sich im Privatbesitz.

Das Gebiet ist von herausragender naturschutzfachlicher Bedeutung vor allem als Brutgebiet des in Deutschland vom Aussterben bedrohten Schreiadlers (Aquila pomarina). Er benötigt für die Aufzucht seiner Jungen naturnahe Wälder mit angrenzenden nahrungsreichen Offenlandflächen und hat im Projektgebiet derzeit zehn aktuelle Brutreviere. Durch die geringe Siedlungs- und Verkehrswegedichte bietet ihm die Region besonders störungsarme Rückzugsräume. Unter der Leitidee "Dem Schreiadler und uns eine Zukunft" will das Projekt vor allem die Brutwälder des Schreiadlers schützen und seine Nahrungshabitate sichern.

Zugleich sollen im Rahmen des integrierten Naturschutzgroßprojekts die Erwerbsgrundlagen in der Region erweitert werden, beispielsweise durch den Ausbau des sanften Tourismus sowie die Stärkung einer nachhaltigen Land- und Waldnutzung und der regionalen Wertschöpfung. Im Projektgebiet sollen Schutz und Nutzung dauerhaft miteinander in Einklang gebracht werden. Der "Pommernadler" und der Bezug zum Thema "Wald" bilden die Klammer, die der Region eine eigenständige Identität verleiht und ihr die Möglichkeit gibt, sich gegenüber dem starken Nachbarn, dem Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft, zu profilieren. Um die einmalige Natur der Projektregion zu erhalten und als Lebensraum des Schreiadlers langfristig zu sichern und weiter zu verbessern ist beabsichtigt, 10% der Wälder im Kerngebiet als Naturwald-Entwicklungsflächen auszuweisen.

In unmittelbarer Nähe der Horste soll die forstliche Nutzung reduziert, örtlich sogar ganz aufgegeben werden. Dadurch bleiben die Brutvögel ungestört, das Auflichten von Altholzbeständen wird vermieden und das dichte Kronendach erhalten. Auf einer Fläche von insgesamt 550 ha sollen Bruch-, Sumpf-, Auwälder und Moore wieder vernässt werden. Als dauerhaftes Nahrungsrevier der Schreiadler will der Landkreis Nordvorpommern zudem rund 1.000 ha Grünland sichern, zum Teil neu einrichten und ca. 100 ha Biotopflächen in der offenen Kulturlandschaft pflegen und entwickeln. Die Einbindung privater Waldbesitzer in ein langfristiges naturschutzgerechtes Waldnutzungs- und Pflegekonzept, wie es in der Nordvorpommerschen Waldlandschaft geplant ist, könnte Modellcharakter auch für andere national bedeutsame Waldregionen erlangen.

Die Umsetzungsideen für die Inwertsetzung des Naturraumpotenzials und die Schaffung neuer Erwerbs- und Einkommensquellen in der Region fußen vor allem im Tourismus und im Forstbereich. Der Ausbau eines durchgängigen Rad- und Wanderwegenetzes und die Schaffung einer touristischen Infrastruktur mit Beherbungs- und Gastronomiebetrieben zählen ebenso zu den geplanten Maßnahmen wie die Gründung eines Unternehmens zur Nutzung von Biomasseprodukten und die Inwertsetzung von Gutshäusern und Parks. Die Einbindung der Öffentlichkeit erfolgt über eine regelmäßige Berichterstattung in der regionalen Presse und ein Internetportal. Zentraler Anlaufpunkt soll ein Besucher- und Informationszentrum werden.

Zur Finanzierung der Maßnahmen über den Förderzeitraum hinaus ist die Gründung eines revolvierenden Regionalfonds und einer "Bürgerstiftung für Naturschutz und zukunftsfähige Entwicklung" vorgesehen. Bei allen Maßnahmen wird die partnerschaftliche Einbindung der relevanten Akteure vor Ort angestrebt. Dafür bietet die bestehende und in ihrer Zusammenarbeit bereits eingespielte regionale Partnerschaft beste Voraussetzungen. In ihr sind bereits jetzt mehr als 40 Akteure aus den Bereichen Politik und Verwaltung, Naturschutz, Forstwirtschaft, Landwirtschaft, Wasserwirtschaft, Tourismus, gewerbliche Wirtschaft, ehrenamtliche Vereine, Wissenschaft, Fachbehörden und 19 Gemeinden vertreten.

 Präsentation des Gewinnerprojekts als pdf-Dokument (2 Seiten, Stand: Juni 2009)

Die Präsentation dieser Region als einer der zehn Gewinner der Stufe 1 (Stand: Mai 2008) steht im Menüpunkt  Finalisten zur Verfügung.

 

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Die Nordvorpommersche Waldlandschaft

Kategorie
"Wälder"

Projekträger
Landkreis Nordvorpommern

Bundesland
Mecklenburg-Vorpommern

Gesamtgröße der Region
52.120 ha

Größe des Kerngebietes
16.440 ha

Gesamtgewinner

Eine Broschüre "Die Gewinner" können Sie im Servicebereich herunterladen.

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